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Kommunikation, Mindset und Strategie in Corona Zeiten

Kommunikation, Mindset und Strategie in Corona Zeiten

STRATEGIE IN CORONA ZEITEN

Unser „Neues Normal“ in der Corona Pandemie hat für viele Unternehmen die Organisationskultur auf den Kopf gestellt: Wo früher das Homeoffice untersagt oder die Ausnahme war, ist es plötzlich zur Regel geworden. Der „Digital Workplace“ musste ad-hoc funktionieren, die Digitalisierung wurde von allen verstanden und für wichtig erachtet und Remote Work & Collaboration sind plötzlich keine fancy Themen mehr – sondern der Standard. Das gilt für Firmen, öffentliche Verwaltung, Bildung und NPOs gleichermaßen.

Governance Themen, Security und auch der Datenschutz mussten für kurze Zeit pragmatischen Lösungen weichen. Selten wurden so viele Business Themen über Messenger gelöst – ob privat auf WhatsApp oder in Corporate Social Intranets.

Bei vielen Kunden und Partnern sind Strategieprojekte für eine kurze Zeit „on hold“ gewesen – und kommen jetzt zurück, ganz oben auf die Prioritätenliste.

Lumen Partners. Anwendung Organizations Culture Inventory (c) in einem Workshop zur Organisationskultur
Lumen Partners. Anwendung Organizations Culture Inventory (c) in einem Workshop zur Organisationskultur

Doch wir wissen: „Culture eats Strategy for Breakfast“. Wie etablieren, wie kommunizieren wir also wirksam eine (neue) Strategie im Jahr 2020, in Zeiten der Pandemie?

Gut ist: Das Rad muss nicht neu erfunden werden und die Gesetze einer wirksamen Strategiekommunikation gelten auch heute noch. Aber: Es ist heute nicht weniger aufwändig – im Gegenteil, es ist anstrengender denn je.

WARUM DIE ANSTRENGUNG SICH LOHNT

In diesen Zeiten benötigen Mitarbeitende mehr denn je Klarheit und Orientierung. Für viele Menschen ist das Jahr 2020 ein Jahr voller Absagen, Enttäuschungen, Verluste und großer Veränderungen. Das alles führte zu viel Stress im Alltag und auch im Beruf. Die Heimarbeit führte zu endlosen Zoom Calls und großer Müdigkeit – den Beleg zeigen uns nun auch etliche Studien. Hinzu kommt die medial groß angekündigte Rezession, Voraussagen zu Insolvenzen, umfangreicher Stellenabbau in klassischen Industriebereichen und der Überlebenskampf in von der Corona-Pandemie im Besonderen betroffenen Branchen.

WAS 2020 MÖGLICH MACHT

Nur wenige Firmen haben in 2020 wirksam ihre Strategie kommuniziert. Dabei birgt die Krise auch „Chancen“:

  • Die Ohren der Mitarbeiterschaft sind weit offen. Das Bedürfnis nach Klarheit und Orientierung – das was Strategie bieten sollte – selten so groß.
  • Selten war das Verständnis und die Bereitschaft für „Try and Error“ so hoch, wie in Zeiten der Pandemie. Jahre haben Unternehmen versucht, eine „Fehlerkultur“ als Grundlage für Innovation zu etablieren. In 2020 wird viel verziehen. Auch wenn sich Vorstände live erst mit dem neuen Online-Konferenz-Tool zurecht finden müssen.
  • Selten war der Wunsch nach menschlicher Nähe und Zugewandtheit so groß wie in 2020. Kurse für Resilienz, Empathie, Emotionale Intelligenz, Achtsamkeit und Mindfulness stehen hoch im Kurs und führen die LinkedIn Liste der Top Skills in 2020 an. Hier kann Kommunikation Großes leisten, Mitarbeitende spüren lassen, dass sie gesehen werden, Menschen und ihre Leistungen in der Pandemie wertschätzen.
  • Zugleich herrscht eine große Unsicherheit.
    So viel Wissen über Unwissen gab es noch nie“ sagt einer der wohl bedeutendsten, noch lebenden Philosophen Deutschlands, Jürgen Habermas, über die Corona Pandemie. Hier ist gleichermaßen Strategie und Kommunikation gefordert. Die Unsicherheit offenbart einen Eisberg von Bedürfnissen, Wünschen, Nöten und auch Ängsten. Dies bedeutet in 2020: Wir müssen reden. 

WAS STRATEGIEKOMMUNIKATION IN 2020 LEISTEN MUSS

2020 ist noch nicht vorbei – im Gegenteil, wir haben noch alle Möglichkeiten nach ersten Ad-Hoc Maßnahmen nun mit einer klaren Strategie und mit klaren Fokuszielen Orientierung zu bieten.

Um eine konstruktive Haltung und eine gesunde Organisationskultur in Zeiten der Pandemie zu pflegen, gilt im besonderen Maße:

  • Wir benötigen strategische Narrative. Im ersten Moment der Corona Pandemie waren wir alle mit schnellen Reaktionen und Maßnahmen herausgefordert. Die Kommunikation verlief Ad-Hoc. Viel half viel und Probleme wurden pragmatisch gelöst. Nun gilt es Ordnung und Struktur in das Ganze hinein zu bringen. Es braucht Orientierung und einen „roten Faden“. Unsere Kommunikation muss ein zusammenhängendes Bild ergeben. Dazu muss sich die Strategie an der neuen Situation ausrichten und klar differenzieren, was bleibt und was sich verändern wird: 
  • „Bleiben“ bedeutet Sicherheit, Widerstandsfähigkeit, Assets, Guthaben und sind essentielle Grundlagen für die weitere Ausrichtung.  
  • „Veränderung“ bedeutet Neues, bietet Chancen und kann zugleich Ängste hervorrufen – in einer Zeit von einem hohen Maß von Ungewissheit. Hier braucht es eine feinfühlige und dennoch klare Kommunikation, Empathie und eine an der Zielgruppe orientierte Sprache und Tonalität. Bilder und Symbole können dabei helfen, positive Assoziationen hervorzurufen und konstruktive Haltungen zu erzeugen.
  • Walk the talk: Leadership (Leitung, Führung) ist herausgefordert in der Krise positive Beispiele zu geben, die an die Wertebasis der Organisation anknüpfen und so Sinnorientierung und Motivation erzeugen können. Das Management muss dazu einen strategisch und kulturell orientierten (Handlungs-)Rahmen innerhalb des strategischen Narratives etablieren. Hierüber gilt es, Chancen für das Unternehmen und Wirkräume für jeden Einzelnen aufzuzeigen, Erwartungen zu adressieren und zugleich Grenzen aufzuzeigen.

Organisationskultur in Zeiten der Pandemie bedeutet also einmal mehr, den Eisberg „zu heben“, vermeintlich Unsichtbares sichtbar zu machen, über Möglichkeiten und Erwartungshaltungen zu sprechen und Orientierung für die Zukunft zu vermitteln. Wenn sich ihre Strategie 2020 an den aktuellen Gegebenheiten, der neuen Arbeitskultur und realistischen Zukunftsszenarien (Business Foresight – mehr dazu gesondert) orientiert und sie a) kontinuierlich, b) zusammenhängend und c) zielgruppenspezifisch kommuniziert wird, hat sie große Aussicht auf Erfolg und wird hoffentlich nicht „zum Frühstück“ verspeist.

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